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Zahnfarbe: Welche Farbe ist normal, was ist die VITA-Skala und was ist beim Bleichen realistisch?

Geprüft am 10.10.2026Lesezeit 4 Minuten4 Quellen
Inhalt dieser Seite
  1. Wie die Zahnfarbe entsteht
  2. Die VITA-classical-Skala
  3. Welche Zahnfarbe ist normal?
  4. So wird die Farbe bestimmt
  5. Was Bleichen realistisch bringt
  6. Häufige Fragen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Zahnfarbe entsteht aus gelblichem Dentin, gesehen durch durchscheinenden Schmelz; die häufigste natürliche Farbe ist A2, ein warmes Elfenbein.
  • Zahnärzte bestimmen die Farbe mit der VITA-classical-Skala: 16 Keramikmuster in vier Farbtönen (A rötlich-braun, B rötlich-gelb, C gräulich, D rötlich-grau), jeweils von hell (1) bis dunkel (4).
  • Nach Helligkeit geordnet ist B1 die hellste natürliche Farbe; die Aufhellungsfarben 0M1 bis 0M3 liegen darüber und entstehen nur durch Bleichen.
  • Realistisch ist beim Zahnarzt ein Sprung um mehrere Stufen der Helligkeitsreihe, mit Drogerieprodukten ein bis zwei.
  • Bestimmt wird die Farbe bei Tageslicht, am feuchten Zahn, in Sekunden – Bildschirme und Badezimmerlicht täuschen.

Wie die Zahnfarbe entsteht

Zahnschmelz ist zu etwa 96 Prozent Mineral und fast durchsichtig. Was du als Zahnfarbe siehst, ist das Dentin darunter – gelblich bis bräunlich, bei jedem Menschen anders. Dicker Schmelz streut mehr Licht und lässt den Zahn heller und leicht bläulich wirken; dünner Schmelz lässt mehr Dentin durch. Deshalb sind Milchzähne weißer als bleibende Zähne (dünneres, aber opakeres Schmelz-Dentin-Verhältnis), deshalb werden Zähne mit dem Alter gelber, und deshalb sind Eckzähne fast immer dunkler als Schneidezähne: Sie haben das dickste Dentin.

Ein Zahn hat außerdem nie eine Farbe, sondern drei Zonen: Die Schneidekante ist transluzent und oft bläulich-grau, die Mitte zeigt die Grundfarbe, der Zahnhals nahe am Zahnfleisch ist am gelbsten. Wer seine Zahnfarbe bestimmt, schaut auf die Mitte.

Zahnfarben-Skala: Ist-Farbe und Wunschfarbe antippen

Die 16 natürlichen VITA-Farben plus drei Aufhellungsfarben, geordnet nach Helligkeit. Erst Ist, dann Wunsch antippen – das Werkzeug sagt dir, welche Methode den Sprung schafft.

    helldunkel

    Die VITA-classical-Skala

    Seit Jahrzehnten bestimmen Zahnärzte und Zahntechniker die Farbe mit dem Farbring VITA classical A1–D4: 16 Keramikzähne in vier Farbtongruppen, nach Herstellerangabe das Werkzeug für über 90 Prozent aller Farbbestimmungen in der Praxis.

    GruppeFarbtonStufen (hell → dunkel)Typisch
    Arötlich-bräunlichA1, A2, A3, A3.5, A4die häufigste Gruppe; A2 bei jungen Erwachsenen, A3 ab etwa 40
    Brötlich-gelblichB1, B2, B3, B4B1 ist die hellste natürliche Farbe
    CgräulichC1, C2, C3, C4kühle, „graue“ Zähne; C4 die dunkelste Stufe
    Drötlich-grauD2, D3, D4seltener, zwischen A und C

    Die Zahl innerhalb der Gruppe gibt die Sättigung an, nicht direkt die Helligkeit. Ordnet man alle 16 Muster nach Helligkeit, ergibt sich die Reihe, die das Werkzeug oben zeigt: B1, A1, B2, D2, A2, C1, C2, D4, A3, D3, B3, A3.5, B4, C3, A4, C4. Darüber liegen die drei Aufhellungsfarben 0M1, 0M2, 0M3 („Bleached Shades“), die der Hersteller eigens für gebleichte Zähne ergänzt hat – natürlich kommen sie nicht vor.

    Welche Zahnfarbe ist normal?

    Die meisten Erwachsenen liegen zwischen A1 und A3. A2 gilt als die häufigste Farbe überhaupt – ein warmes Elfenbein, das neben einem gebleichten Lächeln aus der Werbung „gelb“ wirkt, neben echten Gesichtern aber natürlich. Gesunde Zähne sind nie reinweiß; Reinweiß gibt es nur bei Keramik, Veneers oder nach mehrfachem Bleichen, und es wirkt bei vielen Gesichtern künstlich. Zahntechniker orientieren sich bei Zahnersatz deshalb am Weiß des Augapfels: Zähne, die heller sind als das Augenweiß, fallen auf.

    So wird die Farbe bestimmt

    1. Tageslicht oder Tageslichtlampe (5.500–6.500 Kelvin), nicht die Behandlungsleuchte und nicht das warme Badezimmerlicht.
    2. Feuchter Zahn: Ausgetrocknete Zähne wirken heller – deshalb sind Zähne direkt nach dem Bleichen „weißer“, als sie zwei Wochen später sind.
    3. Muster direkt neben den Zahn halten, auf Augenhöhe, Lippenstift und bunte Kleidung ausblenden.
    4. Schnell entscheiden: Das Auge ermüdet nach 5 bis 7 Sekunden; dann kurz auf eine graue Fläche schauen und neu vergleichen.
    5. Mitte des Zahns beurteilen, nicht Schneidekante oder Zahnhals.

    Viele Praxen nutzen zusätzlich Messgeräte (Spektrophotometer), die den Zahn mit definiertem Licht scannen und eine Farbnummer ausgeben – objektiver, aber auch sie messen nur die Mitte eines Zahns. Für die Dokumentation vor und nach dem Bleichen reichen Farbring und Foto bei gleichem Licht.

    Was Bleichen realistisch bringt

    • Drogerie (Strips, Sets, 0,1 Prozent): bei guten Produkten ein bis zwei Stufen auf der Helligkeitsreihe, etwa von A3 nach A2 oder B2. Stiftung Warentest fand sichtbare Effekte nur bei einem Teil der Produkte.
    • Zahnarzt (Schiene oder In-Office, bis 6 Prozent): mehrere Stufen, typisch von A3 nach A1 oder B1, bei gelblichen Zähnen mehr als bei gräulichen.
    • Zu den Aufhellungsfarben 0M1–0M3: nur mit mehreren Zahnarztzyklen und bei hellem Ausgangston – und die Frage, ob es zum Gesicht passt, stellt sich vorher.
    • Gräuliche (C) und streifige Verfärbungen (Tetracyclin, Fluorose) reagieren schlecht; hier gilt oft: Veneers oder Akzeptanz.

    Das Werkzeug oben rechnet mit genau dieser Reihe: Tippe deine heutige Farbe an, dann die Wunschfarbe – es sagt dir, ob der Sprung mit Drogerieprodukten, nur beim Zahnarzt oder gar nicht zu schaffen ist. Verbindlich bleibt die Bestimmung in der Praxis.

    Häufige Fragen

    Welche Zahnfarbe ist die häufigste?

    A2 auf der VITA-Skala – ein warmes Elfenbein. Jüngere liegen oft bei A1 bis A2, ab etwa 40 Jahren bei A3. Reinweiße Zähne gibt es natürlich nicht.

    Was bedeutet A1, B1 und 0M1?

    A1 und B1 sind die hellsten natürlichen Zahnfarben der VITA-Skala, B1 wirkt etwas weißer als A1. 0M1 bis 0M3 sind Aufhellungsfarben, die nur durch Bleichen entstehen und heller sind als jede natürliche Farbe.

    Wie viele Stufen heller wird man durch Bleaching?

    Mit Drogerieprodukten ein bis zwei Stufen der Helligkeitsreihe, beim Zahnarzt mehrere – etwa von A3 nach A1 oder B1. Gelbliche Zähne reagieren gut, gräuliche schlecht.

    Warum wirken meine Zähne im Bad gelber als draußen?

    Warmes Kunstlicht betont Gelb, Tageslicht ist neutral. Zahnärzte bestimmen Farben deshalb bei Tageslicht oder mit Tageslichtlampen um 6.000 Kelvin.

    Kann ich meine Zahnfarbe selbst bestimmen?

    Grob ja, mit einer Farbtafel bei Tageslicht am feuchten Zahn – die Skala auf dieser Seite hilft beim Einordnen. Genau geht es nur mit Keramikmustern oder einem Messgerät in der Praxis.

    Quellen

    1. VITA Zahnfabrik: VITA classical A1–D4 – Gebrauchsanweisung (Aufbau der Farbskala, Farbbestimmung bei Tageslicht) – https://us-store.vitanorthamerica.com/en-us/product/attachment/G027C/vita_classical_a1-d4_instruction_for_use_920-26298_v02.pdf (abgerufen 10.10.2026)
    2. Verbraucherzentrale: Bleaching – Möglichkeiten der Zahnaufhellung – https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/medikamente/bleaching-moeglichkeiten-der-zahnaufhellung-12908 (abgerufen 10.10.2026)
    3. Stiftung Warentest: Zahnbleaching-Mittel im Test – welches hellt, was es verspricht? – https://www.test.de/zahnbleaching-zuhause-test-1335353-0/ (abgerufen 10.10.2026)
    4. Cochrane: Home-based chemically-induced whitening (bleaching) of teeth in adults (Eachempati et al. 2018, CD006202) – https://www.cochrane.org/de/evidence/CD006202_home-based-chemical-bleaching-teeth-adults (abgerufen 10.10.2026)
    Redaktion zaehnebleichen-bleaching.de. Erstmals veröffentlicht im August 2013, vollständig neu geschrieben und gegen die genannten Quellen geprüft am 10.10.2026. Gesundheitsinformation, keine zahnärztliche Beratung – bei Schmerzen oder Unsicherheit in die Praxis.

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